Für alle Unterhaltsansprüche

Alle Unterhaltsansprüche haben ihren Ursprung in anhaltender Solidarität aufgrund von entweder Verwandtschaft (Kindesunterhalt und Elternunterhalt), oder Ehe (Trennungsunterhalt und nachehelicher Unterhalt). Aufgrund dieser Solidarität deckt der Unterhaltszahlende …

  • den Bedarf des Unterhaltserhaltenden, 
  • soweit dieser diesen nicht selbst decken kann, 
  • solange seine eigenen Einkünfte noch ausreichend sind.
 
Daher werden alle Unterhaltsansprüche dreistufig nach diesen 3 Stufen berechnet:

1.) Bedarf des Unterhaltserhaltenden

Der Bedarf umfasst grundsätzlich was der Unterhaltserhaltende notwendigerweise zum Leben benötigt. Beim Kindesunterhalt für minderjährige Kinder, sowie beim Trennung und nachehelichen Unterhalt gibt es die Besonderheit, dass der Bedarf auch vom Einkommen des Unterhaltszahlenden abhängt. Dies hat den Grund darin, dass Minderjährige Kinder ihre “Lebensstellung” noch vom Unterhaltszahlenden ableiten, bzw. der Bedarf durch die ehelichen Lebensverhältnisse bestimmt wird.

2.) Eigene Bedarfsdeckung des Unterhaltserhaltenden

Grundsätzlich muss jeder seinen Lebensunterhalt selbst verdienen. Einkommen wird daher vom Bedarf abgezogen. Wenn Einkommen nicht erzielt wird, obwohl eine Arbeitsaufnahme möglich wäre, muss sich der Unterhaltserhaltende auch tatsächlich nicht erzielte Einkünfte zurechnen lassen.

3.) Leistungsfähigkeit

Der Unterhaltszahlende muss nur so lange Unterhalt zahlen, solange ihm noch genug Geld verbleibt, seine eigenen Bedarf zu decken. Abhängig vom Grad der geschuldeten Solidarität, existieren daher für jeden Unterhaltsanspruch unterschiedliche Selbstbehalte.

Zu den einzelnen Unterhaltsansprüchen: