Mehrbedarf + Sonderbedarf

Die Düsseldorfer Tabelle setzt einen Bedarf für ein Kind fest, um die üblichen Bedürfnisse (z.B. Wohnen, Essen, Freizeit…) zu erfüllen. Manche Kinder haben darüber hinausgehend jedoch einen höheren notwendigen Bedarf. Es wird unterschieden zwischen Mehr- und Sonderbedarf. Der Unterschied ist, dass der Mehrbedarf regelmäßig anfällt, während der Sonderbedarf Einmalig und Unvorhergesehen anfällt. Daher kann Sonderbedarf für ein Vergangenes Ereignis gefordert werden, wogegen Mehrbedarf vorher gefordert werden muss. Ob Mehrbedarf/ Sonderbedarf vorliegt kann nicht pauschal beantwortet werden. Die entscheidende Frage ist, ob die notwendigen Ausgaben im Grundbedarf der Düsseldorfer Tabelle enthalten sind. Hierfür kann es auch eine Rolle spielen, wie die Hoch der Regelsatz nach der Düsseldorfer Tabelle ist. 

Mehrbedarf

  • Die Kosten des Kindergartens sind regelmäßig Mehrbedarf (BGH 08)
  • Studiengebühren (OLG 08)
  • Kosten für private Krankenversicherung (OLG 10)
  • Therapie für Lese- Rechtschreib-Schwäche (BGH  13)
  • Kosten für Reitunterricht (OLG 14)
  • Schulgeld (OLG 11) aber nur, wenn die Kosten für den Schulbesuch unbedingt notwendig sind (OLG) Oldenburg, 23. 10. 2018, Az.: 4 UF 92/18).
  • Konfirmation (BGH 04)
  • Mehrkosten eines Wechselmodells
  • Kein Mehrbedarf ist berufsbedingte Betreuung von Kinder (BGH 17)
  • Keine Hortkosten (AG Pforz. 2019 22.2.2019)

 

Sonderbedarf

  • unvorhergesehene Krankheitskosten
  • die Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung,
  •  Erstausstattung eines Neugeborenen (OLG 09)